Wandelflächen

Ohne Schränke für Wäsche, Tisch zum Essen, Bett zum Schlafen kommt keine Wohnung aus. Wenn nun eine Wohnfläche ausschließlich nach diesen Möbeln dimensioniert werden würde,
so böte die Wohnung keine Entfaltungsmöglichkeiten. Die Wohnflächen zusätzlich zu den Kernnutzflächen machen den Komfort aus. Weil sich deren Nutzfunktion je nach Alter ändern, seien sie hier Wandelflächen genannt. Allzu groß brauchen diese Flächen gar nicht zu sein. Sind sie sinnvoll geplant, verlängern sie entscheidend die Zeit, in der die Wohnung genutzt werden kann, auch wenn die Bewegung eingeschränkt sein sollte.

Wandelflächen für veränderte Tätigkeiten
Genau in der Zeit, wenn die Kinder ausgezogen sind, wenn die Berufstätigkeit in den Hintergrund tritt, entwickeln viele Menschen neuen Gewohnheiten und Vorlieben. Dafür bieten die Wandelflächen genügend Raum.

Manch einer entdeckt neue Hobbies, stellt eine Staffelei auf und malt. Oder züchtet Fische.
Oder stellt sich die ultimative Medientechnik in seinen Wohnraum. Die Enkel wollen ein paar Tage zu Besuch kommen und brauchen eine Übernachtungsfläche. Wer spielen will braucht einen "Spielplatz" im Zimmer. Für ehrenamtliche Tätigkeiten braucht es einen Arbeitsplatz. Freundeskreise wollen gepflegt sein und gerne treffen sie sich auch zu Hause.

Und wenn die Gesundheit stärkere Aufmerksamkeit erhält, dann fasst sich auch manch ein Unsportlicher den Entschluss und beginnt mit Gymnastik. Andere beginnen mit Meditationstechniken.

Veränderte Funktionen der Räume:
Wer "wie viele ältere Menschen" sehr viel Zeit zu Hause verbringt, für den bekommt die Wohnung eine weitere Qualität. Zum überlegen ist dann, ob die gewohnte Funktionszuordnung für die Räume noch richtig ist.

War das Schlafzimmer bisher im Osten mit Morgensonne, so kann es aufgrund längerer Ruhezeiten für den Sonnenschein ab Mittag schön sein, der Ort könnte gewechselt werden. Zimmertausch kann eine Lösung sein oder eine Vermischung der Funktionen. Das Wohnzimmer mit seinen Angeboten für Unterhaltung und Kommunikation bekommt dann auch einen Liegebereich - ein entsprechendes Sofa bietet die Möglichkeit. Das Schlafzimmer mit Schlafmöbel und Schrank wird mit Stuhl, Tisch und Sessel zum Wohnbereich, in dem auch Besuch empfangen werden kann.


Die Wandelfläche verlängert die Lebenszeit in der Wohnung:
Die Wandelflächen bekommen mit sich verändernden Anforderungen jeweils neue Funktionen zugeordnet. Aus der Gymnastikfläche wird die Wendefläche für den Rollstuhl. Das Bett kann von der Wand gelöst werden und frei stehen, damit von beiden Seiten Service- und Dienstleistungen erbracht werden können.

Ein Rollstuhlfahrer benötigt eine Wohnfläche von mind. 55 m². Viele alleinstehende Menschen verfügen über diese Fläche, alleinstehende Bewohnerinnen mit mehr als 80 Jahren, die Eigentümer sind, haben im Schnitt über 80m². Das Argument, die Wohnungen wären für Rollstuhlnutzung in der Regel zu klein, kann so nicht stimmen. Sie sind häufig nicht vorbereitet, aber das lässt sich mit frühzeitiger Planung in den Griff bekommen. Wer beim Renovieren und Umbauen von der Familienphase in die nächste die Wohnbereiche mit Wandelflächen plant, der kann auch mit Rolli in seiner Wohnung leben.

Wer Wandelflächen hat, der hat auch im Falle der Benutzung eines Rollstuhles kaum Bewegungsprobleme. Bei guter Vorplanung der Türbreiten kann gar das Bett in die Nachbarräume geschoben werden. Oder der Sessel auf den Balkon. Damit Komfort und Lebensfreude bleiben. Für manche Menschen ist die Wandelfläche dann auch das, was in dem Wort steckt, eine Fläche, auf der gewandelt - spazieren gegangen -werden kann. Zu Hause.

© RaumWandel
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